Wie viel Fliesenkleber pro m²?
Der Kleberverbrauch hängt vor allem von der Zahnkelle ab. Eine größere Zahnung hinterlässt dickere Kleberstege, und größere Fliesen brauchen sie, um vollflächig aufzuliegen. Als Faustregel gilt: Je größer die Fliese, desto größer die Zahnung – und desto mehr Kleber pro Quadratmeter.
Der Rechner wählt die Zahnung nach der längsten Fliesenkante:
- Bis 10 cm (Mosaik): Zahnung 4 mm, etwa 1,5 kg/m².
- Bis 30 cm: Zahnung 6 mm, etwa 2,5 kg/m².
- Bis 45 cm: Zahnung 8 mm, etwa 3,2 kg/m².
- Bis 60 cm: Zahnung 10 mm, etwa 4,0 kg/m².
- Über 60 cm: Zahnung 12 mm, etwa 5,0 kg/m², dazu Buttering-Floating mit etwa 1,0 kg/m².
Buttering-Floating und unebene Untergründe
Beim Buttering-Floating trägst du zusätzlich zum Kleberbett auf dem Boden eine dünne Kleberschicht auf die Rückseite jeder Fliese auf. Das empfiehlt sich bei Großformaten, Naturstein und überall dort, wo die Fliese vollsatt im Kleber liegen muss – in Duschen, im Außenbereich und auf stark belasteten Böden. Es kostet etwa 1 kg/m² mehr. Auf einem unebenen Untergrund muss das Kleberbett stellenweise dicker sein; die Option „Unebener Untergrund“ rechnet 15 % dazu. Ist der Boden stark uneben, ist es günstiger und besser, ihn vorher mit Estrich oder Ausgleichsmasse zu nivellieren.
Die Formel für Fliesenkleber
m = A × c × (1 + Verlust), Säcke = ⌈ m ÷ Sackgewicht ⌉
A ist die Bodenfläche in m² und c der Verbrauch in kg/m² aus der Zahnungstabelle, plus 1,0 kg/m² für Buttering-Floating und × 1,15 für einen unebenen Untergrund. Voreingestellt sind 10 % Verlust.
Rechenbeispiel
- Raum 4,0 × 3,0 m = 12 m², Fliesen 60 × 60 cm → Zahnung 10 mm, 4,0 kg/m².
- m = 12 × 4,0 × 1,10 = 52,8 kg → 3 Säcke à 25 kg.
- Mit Fliesen 60 × 120 cm: Zahnung 12 mm und Buttering-Floating, 5,0 + 1,0 = 6,0 kg/m² → 12 × 6,0 × 1,10 = 79,2 kg → 4 Säcke.
Zementärer Kleber auf Calciumsulfatestrich
Calciumsulfat- oder Anhydritestriche reagieren mit zementären Fliesenklebern: Gips und Zement bilden an der Grenzfläche Ettringit, wodurch sich Fliesen lösen können. Wählst du im kompletten Rechner einen Calciumsulfatestrich und einen zementären Kleber, wird automatisch eine Grundierung vor dem Fliesen hinzugefügt, die beide trennt. Alternativ verwendest du einen Kleber, der für Calciumsulfat-Untergründe zugelassen ist.
Anmischen und offene Zeit
Misch nur so viel an, wie du innerhalb der Verarbeitungszeit verbrauchen kannst – meist zwei bis vier Stunden –, und zieh nur so viel Kleber auf, wie du innerhalb der offenen Zeit belegen kannst, oft 20–30 Minuten. Zieh den Kleber in geraden Linien in eine Richtung auf und drück jede Fliese quer zu den Stegen ein. Heb ab und zu eine Fliese an, um die Benetzung der Rückseite zu prüfen.
Häufige Fragen
Für wie viele m² reicht ein 25-kg-Sack Fliesenkleber?
Etwa 10 m² mit Zahnung 6 mm, 6–7 m² mit Zahnung 10 mm und 4–5 m² mit Zahnung 12 mm und Buttering-Floating.
Welche Zahnung soll ich verwenden?
Nimm die Tabelle oben als Ausgangspunkt und folge den Angaben des Kleberherstellers. Prüf die Benetzung, indem du eine frisch verlegte Fliese abhebst: Auf Böden sollte die Rückseite zu mindestens 80 % bedeckt sein, in Nassbereichen vollständig.
Darf ich zementären Kleber auf Calciumsulfatestrich verwenden?
Nur mit der richtigen Grundierung dazwischen, oder du nimmst einen Kleber, der für Calciumsulfatestriche zugelassen ist. Der Rechner fügt die Grundierung automatisch hinzu, wenn er diese Kombination erkennt.
Brauche ich flexiblen Fliesenkleber?
Verwende einen flexiblen Kleber (S1) auf Fußbodenheizung, Holzuntergründen und bei großformatigem Feinsteinzeug. Die Menge pro m² bleibt gleich.
Wie lange muss Fliesenkleber trocknen, bevor ich verfuge?
Bei normal abbindendem Kleber meist 24 Stunden, bei Schnellkleber oft schon nach wenigen Stunden. Maßgeblich sind die Angaben auf dem Sack und die Raumtemperatur.
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